Allard van Hoorn: Urban Songlines

Allard van Hoorn:
Urban Songlines
Eröffnung
Freitag, 10. September 2010,
19:00 - 22:00 Uhr
Sound Project am 11. September 2010, von 15:00 - 18:00 Uhr
In Kooperation mit Nikolai Vogel, München
Ausstellungsdauer
11. September - 09. Oktober 2010
Öffnungszeiten
Samstags von 12:00 -16:00 Uhr
sowie nach Vereinbarung
E324 | Raum für Kunst freut sich, die Ausstellung Urban Songlines von Allard van Hoorn zu zeigen, seine erste Einzelausstellung in Deutschland.
Allard van Hoorn (geb. 1968, Leiden, NL) erforscht die westliche Beziehung zum öffentlichen Raum und das Maß, in dem wir diesen für uns beanspruchen. Orte sind der Ausgangspunkt dieser künstlerischen Expedition.
Die Reise begann für Allard van Hoorn in Australien. Songlines werden dort von den Aborigines über Generationen durch Gesang weitergegeben und beschreiben eine nicht sichtbare Landkarte. Diese Art der Verortung wird durch eine zunehmende Zivilisation, die diese unsichtbaren Linien ignoriert, immer mehr zerstört. Die Idee der Beschreibung von öffentlichen Plätzen durch Ton überträgt van Hoorn in sein künstlerisches, urbanes Arbeits- und Lebensumfeld.
Mit Urban Songlines generiert Allard van Hoorn aus öffentlichen Plätzen, räumlichen Strukturen und Gebäuden eine eigene Tonalität. Sound, Bild, Video und Animation schaffen in der Ausstellung ein komplexes Zusammenspiel von öffentlichem Raum und dessen Beanspruchung. Mittels der prozessualen Erforschung der Urbanität versucht Allard van Hoorn, innerhalb seiner künstlerischen Praxis, eine Kartographie durch Sounds einzuleiten. Urban Songlines ist die Einladung an das Publikum, die Architektur der Umgebung, die Gebäudestrukturen und deren Ausformungen zu "hören". Die Wahrnehmung des Raumes wird auf die Probe gestellt: Das Resultat ist eine veränderte Beziehung zu den Räumen, die wir täglich durchlaufen und jenen, die wir nie betreten haben.
E324 zeigt in der Ausstellung Urban Songlines zwei Projektionen:
- Urban Songline Latitude: 51.4854° N - 51.48484° N / Longitude: 0.11449° W - -0.11355° W - 'Scenario for a Song' (Gashholder), 2009
- Urban Songline Latitude: 51.49858° N - 51.49487° N / Longitude: 0.02849° E - 0.03669° E - 'The Scare' (Thames Flood Barrier), 2009.
Das ebenfalls ausgestellte Objekt Urban Songline Latitude: 51.49858° N - 51.49487° N / Longitude: 0.02849° E - 0.03669° E - 'Time Capsule' (Thames Flood Barrier), 2009, besteht aus einem Glasgefäß mit einem Schlüssel, auf dem die Längen- und Breitengrade der Thames Flood Barrier Songlines eingraviert sind.
Video, Fotografie und Animation von Orten werden mit einem korrespondierenden Sound erfahrbar gemacht. Der Sound stellt sich zusammen aus Originalaufnahmen, die im Nachhinein gedehnt, geloopt und transformiert werden. Die Titel der Arbeiten zeigen, dass die tatsächlichen Orte wichtig für eine reale Lokalisierung sind. Die einzige Fiktion ist die Überarbeitung der Songlines. Sie fordern den Betrachter auf eine eigene Utopie zu formulieren, eine eigene Form des Umgangs mit öffentlichen Orten - hier im speziellen mit dem Ausstellungsraum - zu finden.
Die Kombination aus Allard van Hoorns Installation mit dem Projektraum E324 zeigt eine ungewöhnliche Verortung: Der äußere urbane Raum ist innen angelegt. Eine ortsspezifische Eigenheit wird konstruiert.
Allard van Hoorns künstlerische Praxis reicht weit über die Idee einer installativen Präsentation hinaus. Ihn interessieren Fragen, die uns alle angehen: Wie gehen wir mit dem öffentlichen Raum um? Wie verändert sich die Rolle des Individuums in Bezug auf öffentlich zugängliche Plätze? Kann es Co-Besitz für öffentlichen Raum geben? Liegen Kunst- und Architektur wirklich so weit auseinander? Antworten gibt es hier keine, aber ästhetische Ansätze, kulturelle Übergriffe und Platz für eine bewusste Auseinandersetzung mit der eigenen Positionierung im Raum.
Am 11. September von 15 bis 18 Uhr wird Allard van Hoorn in Kooperation mit dem Münchner Künstler und Schriftsteller Nikolai Vogel ein Live Kompilat präsentieren: Die LP's werden gezückt und der Ort überflutet mit einer unsichtbaren, aber hörbaren Szenerie.
Allard van Hoorn (geb. 1968, Leiden, NL) lebt und arbeitet in Amsterdam. Seine Arbeiten werden international ausgestellt: Gasworks (London), Stedelijk Museum (Amsterdam), Van Abbemuseum (Eindhoven), MoCA Museum of Contemporary Art (Schanghai), Deutsches Architektur Museum (Berlin), Moore Space (Miami). Van Hoorn ist Redakteur von HTV De IJsberg, einer in Amsterdam ansässigen Kunstzeitschrift. Nebenbei organisiert er Workshops, Panels und Vorträge. www.allardvanhoorn.com
Nikolai Vogel (geb. 1971, München, D) lebt und arbeitet in München. Er studierte Literaturwissenschaft, Informatik und Philosophie an der LMU (München). Vogel arbeitet als freier Autor und Künstler mit Texten und Soundinstallationen.
Urban Songlines Gasworks wurde realisiert mit großzügiger Unterstützung des Niederländischen Generalkonsulates.
Für weitere Informationen zur Ausstellung oder zum Künstler wenden Sie sich bitte an Esther Donatz unter Mob.: 01577-1733 324 oder mail@e324.de.





