Florian Bunner: Bullyland


Bullyland
Skulpturen und Multiples von Florian Bunner
Eröffnung:
Freitag, den 11. Juni 2010
von 19 - 22 Uhr
Mit einer Einführung von Anna Wondrak, M.A., Kunsthistorikerin
Ausstellung vom
12. Juni bis 23. Juli 2010
Öffnungszeiten:
Samstags von 12.00 - 16.00 Uhr
sowie
nach Vereinbarung
Florian Bunner (*1977 in Erding) hat es auf das Holz abgesehen. Seiner Leidenschaft für den weichen, lebendigen und vielfältigen Rohstoff näherte er sich langsam, aber beständig. Holz begleitete ihn im Studium der Fortwirtschaft und beim Gartenbau, um letztendlich in der Ausbildung zum Holzbildhauer in Garmisch-Partenkirchen ins Zentrum zu rücken. 2009 beendete er seine Ausbildung bei Michael von Brentano und Herbert Nauderer und wurde im gleichen Jahr auch mit dem 2.Preis der Josef Hannappel-Stiftung ausgezeichnet. Seit etwa 2 Jahren beschäftigt er sich ausschließlich mit dem Thema Figur. Die Ausstellung bei E324 | Raum für Kunst ist seine erste Ausstellung nach Beendigung seiner Ausbildung.
Eine Reihe von kleinen Messerschnittfiguren, die mit dem Messer in der Hand geschnitzt werden, kreist um die verschiedenen Arten von menschlichen oder menschenähnlichen Körpern. Bereits in der Holzbildhauerausbildung konnte Florian Bunner im Anatomieunterricht und beim Aktzeichnen den menschlichen Körper und seine Proportionen genau studieren. Die kleinen Figuren sind meist nur grob aus dem Holz gehauen. Florian Bunner beginnt das Schnitzen impulsiv. Erst im Bearbeitungsprozess werden die anatomischen Proportionen festgelegt, wobei die Struktur und Größe des Holzes eine wichtige Rolle spielt.
Doch die Messerschnittfiguren verlassen auch ihre hölzerne Hülle. Während die Holzarbeiten Unikate sind, ermöglichen verschiedene Abguss-Techniken eine Vervielfältigung in unterschiedlichen Materialien und Oberflächen. Aus Silikon entsteht eine Form, die in Wachs gegossen wird und zur Vorlage eines Bronzegusses wird. Ein Schwefelbad kann die Oberfläche der Bronzeskulptur dann tiefschwarz werden lassen, Essig hingegen führt zu einer Reaktion des Kupfers in der Bronze, so dass sich die Oberfläche in ein giftgrünes Farbenspiel verändert.
Abgesehen von den Möglichkeiten der Reproduktion hat für Florian Bunner die Bronze gegenüber dem Holz keine Priorität, beide sind gleichwertig. Der Prozess der Transformation ist es, der hier im Vordergrund steht, die Überführung des organischen Materials in ein kaltes Metall. Dabei bleibt das Holz mit seiner Lebendigkeit auch im Abguss bestehen, da die "Behauspuren" auch im anderen Material deutlich sichtbar bleiben.
Schon immer hatte Florian Bunner großes Interesse an Skulpturen und Masken, besonders an ozeanischer Kunst, deutlich sichtbar bei den Skulpturen "Bully" und "Baxter", in denen Stammeskunst auf Science Fiction trifft. Wie zwei freundliche Wächter aus Star Wars stehen die beiden Gefährten nebeneinander; "Baxter" zwinkert dem Betrachter grinsend zu.
Zum Schluss noch eine kleine Anekdote: bei der Arbeit hört Florian Bunner gerne die Punkband "Goldene Zitronen". Ein Albumtitel der Hamburger Gruppe heißt "Die Kunst des Freischaufelns". Und dieser Titel passt wiederum ganz gut zu den figürlichen Arbeiten von Florian Bunner, wenn er, oft an der Grenze zur Abstraktion, das Innere des Holzes offenlegt.
Anna Wondrak, M.A. Juni 2010
Für weitere Informationen zur Ausstellung oder zum Künstler wenden Sie sich bitte an Esther Donatz unter Mob.: 01577-1733 324 oder mail@e324.de.
Bilder der Ausstellung
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Dank an Simon Donatz und Bora Karaboran für die Fotos













